01. April 2021

„Sprachstart“ für angehende Schulkinder ohne KiTa-Platz


Über 40 Kinder im Unteren Malstatt kommen im Sommer in die Schule und haben keine ausreichenden deutschen Sprachkenntnisse, vor allem, weil sie aus Mangel an Plätzen keine KiTa besuchen konnten. Das KIBIZ hat Ende März daher das Projekt „Sprachstart“ gestartet.

Das Kinder- und Elternbildungszentrum (KIBIZ) der Diakonie Saar hat Ende März das Projekt „Sprachstart“ gestartet, um  möglichst viele dieser Vorschulkinder  zumindest zweimal in der Woche an die deutsche Sprache heranzuführen. Das Projekt wird in Kooperation mit dem paritätischen Bildungswerk durchgeführt und wird vom Regionalverband Saarbrücken gefördert.

 

„Sprache ist der Schlüssel zur Welt und wenn die Kinder mit großen Sprachdefiziten bereits in die 1. Schulklasse starten, dann haben sie es direkt doppelt schwer“, erzählt Petra Leidinger, Diakonie-Mitarbeiterin im KIBIZ. Und so starteten Ende März zwei Gruppen von je zehn Kindern, die zweimal in der Woche nachmittags drei Stunden im KIBIZ alltagsbezogen und spielerisch Deutsch lernen. Die Muttersprache der teilnehmenden Kinder ist russisch, türkisch oder arabisch. Vielen fehlt ,auch besonders wegen der Kontaktbeschränkungen, der Austausch mit anderen Kindern und anderen Sprachen. 

„Wir starten jeden Nachmittag immer mit einem Lied oder einem Sprechreim, benennen Körperteile, sprechen über die Jahreszeiten und das Wetter“, erzählt Sprachförderlehrkraft Carmela. Dabei helfen Sprachkarten, auf denen das Wort abgebildet ist. Und jedes Kind erhält eine Mappe, in der sich ein Mini-Lesebuch befindet. „Viel läuft über Bilder und Wimmelbücher, denn das animiert zum Sprechen und fördert den Wortschatz“, ergänzt die zweite Sprachförderkraft Mona. Darüber  hinaus trainieren sie bei den Kindern auch soziale Kompetenzen wie am Tisch sitzen, sich melden, wenn man was sagen möchte oder dass nur in der Pause gegessen wird. Weiter werden motorische Fertigkeiten trainiert, wie Schwünge üben, ausschneiden oder kleben. Und in Bewegungsspielen werden Sprache und Motorik zusammengebracht.

„Eine große Herausforderung ist es, wenn die Kinder die Schriftzeichen der deutschen Sprache noch nie gesehen haben oder keinerlei Deutschkenntnisse haben“, berichtet Carmela. Das brauche viel Zeit, sei aber für einen halbwegs guten Schulstart unabdingbar.

 

„Normalerweise gibt es das vom Bildungsministerium geförderte Programm „Früh Deutsch lernen“, das in diesem Jahr Corona bedingt für Vorschulkinder nicht durchgeführt wird“, berichtet Leidinger-Weisang. „Wir sind dem Regionalverband dankbar, dass er so schnell und unkompliziert unser Konzept für gut befunden hat und die Maßnahme bis zum Sommer fördert. Kirchberg- und Wallenbaum haben den Kontakt zu den Eltern aufgebaut, die Stadt Saarbrücken stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung und die Sprachförderkräfte des Paritätischen Bildungswerkes, das normalerweise das Projekt „Früh Deutsch lernen“ durchführt, hat die Sprachförderkräfte vermittelt.

 

„Ich bin froh, dass mein Kind das Projekt besuchen darf“, erzählt Shahnaz, die 2015 aus Syrien nach Deutschland gekommen ist. Wegen Corona fielen viele Möglichkeiten für Aktivitäten weg und Lara, die nur sehr wenig Deutsch spreche, hätte auch wegen der Masken oft Angst, etwas zu sagen. Sie hofft, dass sich ihre Tochter auf diese Weise an die Schulumgebung gewöhnen kann und ihr nach dem Sommer der Schulstart gelingt.

 

Das KIBIZ wird finanziert durch den Regionalverband Saarbrücken, die Kinderhilfe e.V. Saar und Eigenmittel der Diakonie Saar. Die Räumlichkeiten stellt die Stadt Saarbrücken zur Verfügung.





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